Reflektor Sasha Waltz
©Herlinde Koelbl

Reflektor Sasha Waltz

Vom 11. bis 14. März 2027 kehrt Sasha Waltz an die Elbphilharmonie in Hamburg zurück, im Gepäck ein ganzes Festival-Programm, das sie eigens für dieses spannende Haus kuratiert hat.

»Ich denke an den Raum, noch bevor ich an Bewegung denke« – so erklärt die Choreographin das Fundament ihrer Kunst, mit der sie ein eigenes Kapitel moderner deutscher Tanzgeschichte geschrieben hat. Nichts ist für sie einfach nur Kulisse: Raum, Licht, Musik und Körper erzählen ihre eigene Geschichte, mal in hochenergetischer Bewegung und mal allein durch ihre bloße Präsenz. Mit der Elbphilharmonie verbindet sie ein ganz besonderer Moment: Noch vor der offiziellen Eröffnung am 11. Januar 2017 bespielte sie mit mehr als 80 Musiker:innen und Tänzer:innen mit dem Dialoge-Projekt »Figure Humaine« die Foyers und setzte die spektakuläre Architektur in Szene – ein »Feuerwerk aus Musik und Tanz« nannte sie es. Zum zehnjährigen Jubiläum des Konzerthauses kehrt Sasha Waltz nun mit ihrer Compagnie für ein langes, von ihr kuratiertes Wochenende zurück - und steht dabei zweimal sogar selbst auf der Bühne: in einer intimen Begegnung mit der Cellistin Anastasia Kobekina und Bachs Cello-Suiten und gemeinsam mit eine Gruppe Tänzer:innen in »for the time being«, einer radikalen Fokussierung auf den Augenblick zu den live generierten Klangwelten des experimentellen Komponisten Diego Noguera.


Gleich an zwei Abenden bringt sie die explosive Kraft von Beethovens Siebter Sinfonie auf die Bühne. Auch im Projekt »Fluence« tritt der Tanz in spontanen, teils improvisierten Dialog mit der Musik – dann aber mit Werken quer durch alle Epochen. Mit von der Partie ist beim »Reflektor« auch die Post-Industrial-Band The Young Gods, die gemeinsam mit Waltz’ Compagnie Terry Rileys »In C« wieder aufleben lässt, das 2024 im Großen Saal der Elbphilharmonie mit Standing Ovations gefeiert wurde und nun für einen fulminanten Festivalabschluss sorgt. Das Publikum erlebt all dies hautnah mit, mal mitten im Geschehen oder, wie bei Ayumi Paul, sogar als integraler Bestandteil der Performance.


Alle Informationen zum Festival und zu Tickets


DAS PROGRAMM:

BACH CELLO DANCE

Anastasia Kobekina & Sasha Waltz

11. März, 19 Uhr

12. März 2027, 17:30 Uhr

Elbphilharmonie, Kleiner Saal

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In »BACH CELLO DANCE« treffen zwei herausragende Künstlerinnen in einem außergewöhnlichen Dialog von Musik und Tanz aufeinander: die bedeutendste Cellistin ihrer Generation Anastasia Kobekina und die international renommierte Choreographin Sasha Waltz. Experimentierfreudig erkunden die beiden Künstlerinnen mit Cello und Körper die Musik Bachs. Sie begegnen einander in einem einfühlsamen Zusammenspiel, in einem intimen Tanz, der die Emotionalität in Bachs Musik ganz neu erfahrbar macht.

Beethoven 7

Sasha Waltz & Guests

12. 13. März 2027, 19:30 Uhr

Elbphilharmonie, Großer Saal

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In »Beethoven 7« widmet sich Sasha Waltz gemeinsam mit einem Ensemble von 14 Tänzer:innen der kompletten »Sinfonie Nr. 7 in A-Dur (op. 92)« von Ludwig van Beethoven. In dieser besonderen Musik, entstanden 1812, schwingen Fragen seiner Zeit mit, die für uns auch heute noch eine Rolle spielen: Das Scheitern einer Revolution, die (erzwungene) Rückkehr zu alten Traditionen, die Reibung zwischen dem Wunsch nach gesellschaftlicher Transformation und Restauration und der damit einhergehende Verlust von Freiheit und Zukunftsperspektiven. Zu den live gespielten elektronischen Klängen des chilenischen Komponisten Diego Noguera Berger mit dem Titel »Freiheit/Extasis«, die während des Kreationsprozesses als Auftragswerk entstanden, greift Sasha Waltz diese Themen zu Beginn des Abends auf und interpretiert sie aus zeitgenössischer Perspektive neu: Wie verhalten sich persönliche Freiheit und gesellschaftliche Zwänge zueinander?


Foto ©Sebastian Bolesch

The Young Gods

Konzert

12. März 2027, 22 Uhr

Elbphilharmonie, Kleiner Saal

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Irgendwo zwischen Industrial, Punk, brasilianischem Bossa Nova und hypnotischem Minimalismus: The Young Gods sprengen seit über 40 Jahren konsequent alle Genregrenzen. Für das Reflektor-Festival von Sasha Waltz übernimmt die Schweizer Band in einem Late-Night-Konzert die späte Stunde in der Elbphilharmonie – und macht sie zu einem rauschhaften Trip durch ihre kompromisslose Klangwelt.


Foto ©Charlotte Walker

Ayumi Paul

The Singing Project

13. März 2027, 17:30 Uhr

Elbphilharmonie, Kleiner Saal

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Gesang als Sprache, als Begegnung, als Verbindung: Seit 2018 erforscht die Künstlerin und Komponistin Ayumi Paul verschiedene Gesangstraditionen und fragt, wie Menschen über ihre Stimmen zueinanderfinden können – jenseits von Zeit und Ort, frei von Noten und dem Anspruch auf Perfektion. Für Paul ist Singen ein offener Raum, der durch gemeinsames Praktizieren Gestalt annimmt. Bei »The Singing Project« lädt sie das Publikum ein, selbst ein Teil der Musik, des Klangraums zu werden. Es ist kein klassisches Konzert, sondern eins, das erst durch die Anwesenden selbst lebendig wird.


Foto ©Debora Mittelstaedt

Diego Noguera

Konzert

13. März 2027, 22 Uhr

Elbphilharmonie, Kleiner Saal

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Mit einer fesselnden Symbiose aus klassischer und experimenteller Musik hat sich Diego Noguera (Komposition, Produktion und Performance) international etabliert. Sein musikalischer Weg führte den Wahlberliner immer wieder zu Sasha Waltz, mit der er bei gefeierten Projekten wie »Beethoven 7« und »for the time being« zusammengearbeitet hat. Umso verständlicher ist es, dass Noguera zu ihrem kuratierten Reflektor-Festival eingeladen wurde. Durch die vielschichtigen Texturen akustischer und elektronischer Instrumente sowie den Einsatz von Gesang erschafft er eine Klangwelt, in der man den Alltag vergisst und am Ende wie in Trance nach Hause geht.


Foto ©Doro Zinn

for the time being

Sasha Waltz & Guests

14. März 2027, 17:30 Uhr

Elbphilharmonie, Kleiner Saal

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In »for the time being« – einer Praxis zum kollektiven Erleben des Moments – schöpft das Ensemble aus der Quelle einer lebendigen Imagination, die sich in Tanz, Gesang und Sprache manifestiert. In einer ritualisierten Handlung, inspiriert u.a. durch die »Authentic Movement« Methode nach Mary Starks Whitehouse, tauchen die Performer:innen in andere Bewusstseinszustände ein, um die Wahrnehmung der Sinne zu öffnen, Erinnerungen wachzurufen, emotionale und körperliche Impulse in ihrer fragilen Intimität und Komplexität wahrhaftig zu verfolgen. Grundlage für die Praxis bilden Methoden des »Deep Listening« (Pauline Oliveros) sowie ein radikales Annehmen sämtlicher Aktionen und Reaktionen im Kollektiv ohne Werturteil. In einer stetigen, gegenseitigen, inneren und äußeren Beobachtung sowie der sich permanent verändernden situativen Energie des Raumes entsteht ein Kaleidoskop der Gegenwart und eine intensive Begegnung im Hier und Jetzt. Das Publikum wird Zeuge und zugleich Teil dieser aktiven Praxis und eines aus dem Augenblick geborenen Werdens und Wandels.


Foto ©Carlos Collado

In C

Sasha Waltz & Guests / Terry Riley / The Young Gods

14. März 2027, 20 Uhr

Elbphilharmonie, Großer Saal

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Sasha Waltz' »In C« ist eine farbenfrohe Auseinandersetzung mit der Welt der Minimal Music und zugleich getanzte Demokratie. Live performed gemeinsam mit der Schweizer Post-Industrial Band »The Young Gods« zu deren hypnotisch-energiegeladener Interpretation von »In C« kann sich das Publikum auf einen fulminanten Festivalabschluss freuen – bereits im Januar 2024 brachte diese Kombination den Großen Saal der Elbphilharmonie zum Stehen.