Federico Polucci
Federico Polucci, geboren 1976 in Rom, Italien, machte seinen Bachelor-Abschluss in Mode und Kostümdesign am Istituto Europeo di Design (I.E.D.) in Rom (1998) und sein Diplom in Angewandter Kunst am Istituto Statale d’Arte in Tivoli (1995). Nach einigen Erfahrungen in der Modebranche arbeitete er von 2002 bis 2008 im experimentellen Theater, unter anderem mit der »Afrodita Company« (Rom – Tel Aviv).
Er zog 2007 nach Berlin, um im Bereich Tanztheater und bildende Kunst zu arbeiten.
Als Freiberufler arbeitete er unter anderem mit Sergiu Matis, Gabriel Galindez Cruz, Antonio Ruz, Maria Colusi, Jirí Bartovaneć, Sasa Queliz, Martha Hincapié Cherry, Maya M. Carroll, Nagao Akemi, Niels Weijer, dem KNM Ensemble und dem Make a Move Collective zusammen. Zudem arbeitete er für das Teatro Dell’Orologio und das Teatro di Tor Bella Monaca in Rom . 2017 und 2024 war er in der Kostümabteilung des Friedrichstadtpalasts tätig für die Produktionen »Spiel mit der Zeit« und »Frida & Frida«, arbeitet seit 2025 wieder frei.
Seit 2008 kollaboriert er mit Sasha Waltz & Guests. Im Rahmen dieser langjährigen Zusammenarbeit entwarf er die Kostüme für »for the time being« (2026), »Dialoge-Reethaus« (Reethaus in Berlin, 2026), »Freiheit/Exstasis« (erster Teil von »Beethoven 7«, 2023). »EΞΟΔΟΣ I EXODOS« (2018) sowie »Figure Humaine« (Elbphilharmonie Hamburg, 2017) gemeinsam mit Margaretha Heller. Seit 2009 entwirft er auch die Kostüme für die Kinder- und Jugendtanzcompany von Sasha Waltz & Guests u.a. mit den Choreograph:innen Gabriel Galindez Cruz, Alessandra Defazio und Jirí Bartovaneć.
Im Jahr 2019 begann er, Masken und Kopfbedeckungen zu entwickeln, wo er verschiedene Materialien und recycelte Judogürtel verwendet. Einer seiner Schwerpunkte liegt darin, geometrische Formen auf den Körper anzuwenden, indem er Linien, Falten und Schichten, Bänder und Streifen, Muster, Transparenzen und Texturen nutzt, um die Bewegung der Künstler:innen zu unterstützen und hervorzuheben. Die Konzepte der Verschmelzung organischer und skulpturaler Elemente bei der Schaffung bewegter Figuren und die Dekonstruktion des Kostüms stehen im Mittelpunkt seines Designs und seiner Forschung. Diese mentale Konstellation, die als Herausforderung verstanden wird, muss sich in sowohl extremen als auch minimalistischen Entwürfen widerspiegeln. Die Stimme des Körpers, die zu erzählende Geschichte, die Vision des:der Choreographen:in und die Botschaften an die Zuschauenden werden durch das Design gefiltert und hervorgehoben.